Kommentare 0

3. Kurpfalz-Trial in Reilingen

Zu allererst möchte ich Markus Waldmann und seinem Team ein ganz großes Lob aussprechen. Das Feld war übersichtlich hatte aber durch einige Senken und Gräben wirklich Anspruch! Gefiel mir sehr gut!
Die Schafe waren allesamt in sehr guter Verfassung, mal kitzlig, mal dickköpfig – Blackie halt!
Eins waren sie definitiv nicht: kopflos, aber sie verlangten vom Hund einfach ein sauberes und sicheres Arbeiten.

Lauf 1:
Für uns war es ja die Premiere in Klasse 3, trotzdem war ich erstaunlich ruhig und erst als ich unmittelbar vor meinem Start meinen Plan zurechtlegt kam sowas wie Nervosität auf. Allerdings eher in die Richtung, arbeitet mein Hund mit mir? Ist er vielleicht zu grell, weil er in der letzten Zeit nur am Wochenende gearbeitet hatte? Alles Fragen, die sich nach dem ersten Lie Down in Wohlgefallen auflösten …

Wir standen gemeinsam auf dem Platz, naja ich stand, während mein Hund alles für uns gab.
Outrun vielleicht ein bisschen weit aber Lie Down auf Pfiff (18P). Lift seeeeehr geschmeidig (10P).
Der Fetch geht auf meine Kappe. Hätte ich mir das Feld VORHER besser eingeprägt, hätte ich gewusst, daß vor dem Gate nochmal eine Welle kam.
Da ich aber die Schafe schon IM Fetchgate sah gab ich Ice ein Linkskommando um die Schafe nach dem Tor weiter zu arbeiten. Die Schafe schrabbten also hauchzart am Tor vorbei. Dann noch hier und da ne Macke auf der Linie aber insgesamt eine tolle Arbeit (11P).
Der Turn war nicht ganz so nah wie anvisiert, aber klappte ganz gut. Weiter auf dem Drive ließ ich die Schafe für uns arbeiten und unterstützte Ice nur hier und da. Als sie vom letzten Treibtor auf den Sheddingring zukamen musste ich mich zurückhalten nicht zu früh loszulaufen (23P).
Shed war schnell abgeschlossen, ein Lückelchen, Ice hier und schon wars erledigt. Allerdings hatte sich Ice so auf die 2 gesheddeten Schafe fixiert, daß ich ihn nur mit einem Trick auf die anderen schicken konnte (10P).
Der Pferch! Oh Mann! Kann man sich wirklich noch doofer anstellen? (ja, man kann, lesen Sie dazu Lauf 2 ;) )
Auf jeden Fall ließ ich den Schafen zu wenig Raum, machte zu viel Druck und kassierte eine Ehrenrunde um den Pferch, teuer und unnötig (5P).
Single, wie der Shed, kurz und schmerzlos (10P). OK tönte es vom Richterwagen aus, ich konnts noch gar nicht glauben! Ice! Ice, wir sind durch!
Kein schlechtes Debüt, wie mir versichert wurde, ich war erleichtert und atmete durch.
Im Endeffekt reichte es mit 87 Punkten für Platz 4 am Samstag, das erste Ziel war geschafft.

Lauf 2:
Diesmal war ich doch ein bisschen nervös, schließlich war ja einiges drin, wenn es ein annähernd guter Lauf wie am Samstag werden würde … Nun gut Spekulation, erstmal aufs Feld.
Für den Outrun stand eins fest: ein Stop auf 12 Uhr wäre fatal, zu viele haben gerade dabei die Schafe im oberen Bereich verloren, also so weit wie möglich laufen lassen, dabei aber die Schafe immer im Visier haben und rechtzeitig stoppen. Unsere Taktik ging auf! (20P).
Der Lift etwas verhalten und leicht schräg, aber besser zu sanft als mit der Tür ins Haus fallen (6P). Dafür war der Fetch nach anfänglichen Korrekturen dann wirklich ganz gut. Tor getroffen und ab da funktionierte auch die Linie (14P).
Der Turn weeeeeeeeiiiiiitt, oh je, das war nicht wie gedacht, aber gut gemacht Ice! Auf zum Drive, das erste Tor verpasst, einige Schlenker, erst als ich wieder mehr mit den Schafen arbeitete kehrte Ruhe ein, leider zu spät. 2. Tor getroffen, enger Turn und zurück zum Sheddingring (19P).
Das Shedding, eigentlich unsere Baustelle klappte wie am Vortag: Lückelchen, Ice hier und fertig (10P).
Beim Shed machte ich übrigens zum ersten Mal Bekanntschaft mit „Miss Black“. Mein markiertes Single-Schaf!
So und dann kam der Pferch … Argghhh.
Lesen Sie nun: Die Geschichte vom Pferch, oder wie doof kann man sich überhaupt anstellen?
Naja, zuviel Druck, zuviel Gehudel, zuwenig Vertrauen in einen ruhigen Hund, alles Dinge, die uns, nein Mich den Pferch kosteten.
Wenn Ice arbeitet dann seeeehr gefühlvoll und kontrolliert, aber halt bedingt durch mein Unvermögen anders als er es vielleicht gemacht hätte.
Es war eine nicht ganz einfache Truppe um „Miss Black“, doch als wir die gesammte Truppe nach zwei Ehrenrunden dann endlich im Pferch hatten meinte „Miss Black“ doch glatt nochmal ausbrechen zu müssen.
Was solls, Time am Pferch. Ich bin mehr als zufrieden mit dem Debüt, super! Durchgekommen, fast alles erledigt, und trotzdem machte ich mir bereits wenige Minuten nach dem Lauf Vorwürfe hier so oder so gehandelt zu haben.

Ach es gab so viel rund um das Trial, was mich faszinierte … es war unglaublich wie Anja und Glen am Sonntag gearbeitet haben. Anja hat anscheindend endlich gelernt die Zügel mal etwas lockerer zu halten. Glen ist ein Ausnahmehund, der so viel Gefühl für die Schafe hat, da kommt so schnell keiner ran und auch ich bin sicher, da geht noch so einiges.

Und da war dann noch die Margot und die Angelika, das war ganz großes Kino! Angelika am Pfosten während Margot die Schafe zwischen den Autos und Zuschauern aussortierte, einfach grandios! Das war praktisches Arbeiten wie man es sehen will.

Einfach ein sehr schönes Trial, einer Wiederholung wäre ich nicht abgeneigt.

Und als ich so abends auf dem Sofa saß, Ice friedlich zu meinen Füßen schlummerte, machte ich mir schon ziemliche Vorwürfe auch nur mit dem Gedanken gespielt zu haben, Ice abzugeben.
Das ich es schlußendlich nicht getan habe verdanke ich ganz tollen Menschen, die jetzt genau wissen daß sie gemeint sind. Danke!

Schreibe eine Antwort